Leadership Hacks

24 Werkzeuge, die Du diese Woche ausprobieren kannst.

Kein Hack braucht ein Projekt, ein Budget oder die Zustimmung von oben. Die meisten kosten 15 Minuten. Filtere nach der Eigenschaft, an der Ihr gerade arbeitet, nach dem Aufwand, den Du investieren kannst, oder nach der Zeit, die Du hast.

So sieht ein Hack aus

Jeder Hack passt auf eine Karte: wofür er gut ist, wie er funktioniert, ein Beispiel aus der Praxis. Dazu zwei Angaben, die im Alltag den Ausschlag geben — wie lange er dauert und wie viel Aufwand er macht.

Rechts siehst Du das Delegation Poker, einen der meistgenutzten. Fünfzehn Minuten, geringer Aufwand, und danach weiß Dein Team, wer welche Entscheidung trifft.

Die ganze Sammlung gibt es weiter unten als Kartenset zum Ausdrucken.

Beispielkarte Delegation Poker mit Ziel, Beschreibung und Praxisbeispiel

Wofür die Hacks gut sind

Führungsentwicklung scheitert selten am Wollen. Sie scheitert daran, dass zwischen Erkenntnis und Montagmorgen nichts passiert.

Ein Hack ist klein genug, dass Du ihn ohne Erlaubnis ausprobieren kannst, und konkret genug, dass Dein Team den Unterschied merkt. Darin liegt sein Wert: Er verändert nicht Deine Haltung, sondern Deine Praxis. Die Haltung folgt.

So nutzt Du die Sammlung

Jeder Hack zahlt auf eine der fünf Eigenschaften ein, die großartige Teams ausmachen: psychologische Sicherheit, Zuverlässigkeit, Struktur und Übersichtlichkeit, Sinn und Wirkung. Google hat diese fünf in einer Analyse von 180 Teams als entscheidend für Teameffektivität identifiziert, mit psychologischer Sicherheit als stärkstem Prädiktor.

Erst messen, dann filtern

Wenn Du nicht weißt, wo Ihr steht: Der Team Performance Check misst genau diese fünf Eigenschaften, als Selbst- und als Fremdeinschätzung. Nimm danach Eure schwächste Eigenschaft, filtere die Bibliothek danach und such Dir einen Hack mit geringem Aufwand.

Einer, nicht fünf

Der häufigste Fehler ist, gleich mehrere Dinge auf einmal einzuführen. Nimm einen. Probiere ihn vier bis sechs Wochen. Sprich im Team darüber, ob er etwas verändert hat. Erst dann kommt der nächste.

Und setz Dir gleich einen Termin in sechs Wochen, an dem Ihr entscheidet: behalten, anpassen oder sein lassen. Das ist der Schritt, an dem es sonst scheitert.

Die 24 Hacks

Eigenschaft
Aufwand
Dauer
Setting

24 Hacks

Wirkung

Delegation Poker

Delegation Poker ist ein spielerischer Ansatz, um Entscheidungsbefugnisse zu hinterfragen und neu zu denken. Es gibt 7 Stufen der Entscheidung, die auf 7 Karten abgebildet sind. Sie reichen von „Verkünden“ bis vollständig „delegieren“. Bei neuen Entscheidungen spielt jedes Mitglied die präferierte Karte und gemeinsam wird über Entscheidungskompetenzen verhandelt.

Beispiel aus der Praxis

Eine Führungskraft ist sich unsicher, wer das Angebot für einen neuen Kunden erstellen sollte. Mit dem Delegation Poker findet die Führungskraft gemeinsam mit dem Team den besten Weg. Die Gruppe entscheidet sich für die Karte „Ich werde sie beraten, aber sie entscheiden“. Die Führungskraft gibt ihre Erfahrungen weiter, die Umsetzung bleibt aber im Team.

Dauer: 15 Min.Aufwand: GeringÜberall

Psychologische Sicherheit

Check-In in jedem Termin

Zu Beginn eines Meetings wird eine informelle Frage (z.B. „Wie geht es dir heute?“) geteilt, die von jedem Raum beantwortet wird. So hat jede:r die Möglichkeit, die aktuelle Stimmung oder Gedanken zu teilen. Damit soll die Aufmerksamkeit voll auf den Inhalt des Meetings gelenkt werden und das Meeting läuft effizienter ab. Der Check-in umfasst 1 bis 2 kurze Fragen, z.B. „Was könnte die heute ablenken?“, „Wie kannst du zu einem besseren Meeting beitragen?“

Beispiel aus der Praxis

Die Bereichsrunde startet jedes Mal mit einem Check-In. Die Teilnehmer:innen antwortet kurz auf die Frage und machen ihre aktuelle Stimmungslage transparent. Auf der Basis kann entschieden werden, welche Themen zuerst besprochen werden, um optimal miteinander zu arbeiten.

Dauer: 15 Min.Aufwand: GeringÜberall

Psychologische Sicherheit

Fuck-up Night

In einer Fuck-up Night sprechen Kolleg:innen locker über ihre Fehler am Arbeitsplatz und was sie daraus gelernt haben. So können die Kolleg:innen von den Fehlern der anderen lernen und mögliche Fehlerquellen identifizieren. Außerdem fällt es mit dem Format leichter, Fehler zuzugeben. Wichtig ist eine gemütliche Atmosphäre mit Snacks oder Pizza. Idealerweise stellen Führungskräfte ihre Fuck-ups zuerst vor, um das Eis zu brechen und einen sicher Raum zu schaffen.

Beispiel aus der Praxis

Einmal pro Quartal findet eine bereichsweite Fuck-up Night als After-Work-Event statt. Bei Getränken und Pizza können alle den Fuck-ups der anderen zuhören oder selbst Erfahrungen teilen. Der erste Auftritt gehört immer der Bereichsleiterin, um das Eis zu brechen.

Dauer: 2 hAufwand: HochVor Ort

Sinn

Lunch Roulette

Lunch Roulette ist ein Format, bei dem zufällig ausgewählte Kolleg:innen zum gemeinsamen Mittagessen zusammenkommen. Das bricht Routinen auf und fördert das Kennenlernen über Abteilungs- und Projektgrenzen hinweg. Besonders in hybriden oder großen Teams kann das den Zusammenhalt stärken. Die Umsetzung kann händisch durch eine Person oder eine spezifische Software erfolgen, die die Menschen zufällig zusammenbringt.

Beispiel aus der Praxis

Sarah und Jonas wurden zufällig im Lunch-Roulette ausgewählt. Während des Mittagessens entdecken sie viele Gemeinsamkeiten und starten danach sogar eine kleine Initiative für Yoga am Arbeitsplatz.

Dauer: 60 Min.Aufwand: MittelVor Ort

Zuverlässigkeit

Kanban Board

Mit einem Kanban Board sortiert das Team Aufgaben in mindestens vier Kategorien: „Aufgabensammlung“, „Als Nächstes“, „In Bearbeitung“ und „Fertig“. So sehen alle auf einen Blick, welche Aufgaben anstehen, welche gerade bearbeitet werden und was bereits abgeschlossen ist. Klare Regeln, z.B. wann eine Aufgabe in die nächste Kategorie wandert oder wer verantwortlich ist, helfen dabei die den aktuellen Status im Team und Prioritäten schnell zu erfassen. Das Kanban-Board kann physisch oder digital existieren.

Beispiel aus der Praxis

Im Büro wird ein Whiteboard oder eine Wand mit Tape in die vier Spalten „Aufgabensammlung“, „Als Nächstes“, „In Bearbeitung“ und „Fertig“ eingeteilt. Jede Aufgabe steht auf einem eigenen Klebezettel, der je nach Bearbeitungsstand bewegt wird. Die Durchsprache kann z.B. in einem Daily Standup erfolgen.

Dauer: 60 Min.Aufwand: GeringÜberall

Psychologische Sicherheit

Remote Buddy

In einem hybriden Meeting eird den Remote-Teilnehmer:innen ein Remote Buddy zugeteilt. Deren Aufgabe ist es, darauf zu achten, dass die Remote-Teilnehmer:innen aktiv am Meeting teilnehmen können und in der Diskussion nicht vergessen werden. Die Remote Buddies weisen aktiv auf Bemerkungen der zugeschalteten Kolleg:innen hin und übernehmen im Text geschriebene Mitteilungen bei Bedarf auf ein Whiteboard oder Post-It.

Beispiel aus der Praxis

In einem hybriden Teammeeting sind 3 Kolleg:innen remote dazugeschalten. Im Meetingraum wird jemand zum Remote Buddy ernannt, der bei der Diskussion in Raum immer auch an die Bedürfnisse der Kolleg:innen im virtuellen Raum hat und zum Beispiel darauf achtet, dass alle ins Mikrofon sprechen.

Dauer: flexibelAufwand: GeringHybrid

Wirkung

Wall of Fame / Kudos Board

Ein Wall of Fame ist eine sichtbare Stelle, an der Teammitglieder sich gegenseitig kleine Anerkennungen oder Danksagungen schreiben können. Das Tool stärkt das Gemeinschaftsgefühl und kann dazu führen, dass sich Teammitglieder mehr gesehen fühlen. Teams können die Wall of Fame zusätzlich z.B. jeden Freitagmorgen gemeinsam ansehen und Lob auch in der Gruppe nochmal aussprechen.

Beispiel aus der Praxis

Im Büro hängt ein Whiteboard, auf dem das Team bunte Sticky Notes anbringt, um „Kudos“ für besondere Leistungen, Teamgeist oder Hilfestellungen auszudrücken. Ein Teammitglied bedankt sich z.B. bei einem anderen für die spontane Unterstützung bei einer Präsentation mit einer wichtigen Deadline.

Dauer: flexibelAufwand: GeringVor Ort

Zuverlässigkeit

Meetingfreier Tag

Meetings sind einer der größten Zeitfresser und Ursachen für Stress, weil Aufgaben liegen bleiben. An einem festen Tag in der Woche sind keine Meetings erlaubt. Dies gibt jedem Teammitglied einen klaren, geschützten Zeitraum für tiefere Projektarbeit oder kreative Aufgaben. Der meetingfreie Tag fördert den Flow-Zustand, Effizienz und verringert den „Meeting-Stress“.

Beispiel aus der Praxis

Jeden Dienstag ist im Büro Meeting-Verbot. Alle wissen, dass dieser Tag ausschließlich für konzentriertes Arbeiten reserviert ist. Aufwändige Aufgaben werden ohne Unterbrechung bearbeitet. Alternativ können kreative und innovative Projekte verfolgt oder die persönliche Weiterbildung betrieben werden.

Dauer: 1 TagAufwand: MittelÜberall

Psychologische Sicherheit

Mobile Kamera in Meetings

Eine mobile Kamera, wird während Meetings oder Events im Büro flexibel genutzt. Remote-Teilnehmer:innen werden so inkludiert und haben einen besseren Überblick über den Raum. Die virtuelle Teilnahme wird so greifbarer und menschlicher und es fällt leichter, zuzuhören und sich einzubringen.

Beispiel aus der Praxis

Bei Team-Meetings wird auf einer Kamera der Raum erfasst. Wenn eine Person spricht, fokussiert eine andere mobile Kamera (z.B. Handykamera) auf den Sprecher. So fühlen sich Remote-Kolleg:innen direkter mit dem Team verbunden und haben das Gefühl, wirklich dabei zu sein.

Dauer: flexibelAufwand: GeringHybrid

Psychologische Sicherheit

Leaders speak last

Bei „Leaders speak last“ geben Führungskräfte ihre Meinung erst ganz zum Schluss ab, nachdem das Team gesprochen hat. So wird jede Stimme gehört und niemand wird durch die Meinung der Führungskraft beeinflusst. Der Vorteil ist, dass öfter Ideen und Lösungen besprochen, die die Führungskraft nicht hervorgebracht hätte, aber die für Innovation und Fortschritt sorgen können.

Beispiel aus der Praxis

In einer Entscheidungsrunde zu einem Projekt sagt jedes Teammitglied der Reihe nach seine oder ihre Meinung. Die Führungskraft hört zu und macht sich Notizen, gibt aber erst zum Schluss ihr Feedback.

Dauer: flexibelAufwand: GeringÜberall

Sinn

Team Purpose definieren

Der Team Purpose ist das gemeinsame „Warum“ oder der Zweck eines Teams. Er geht über die reinen Aufgaben hinaus. Der Purpose setzt sich aus einer Innensicht (unsere Stärken und Werte) und einer Außensicht (Stakeholder, wo stiften wir Mehrwert) zusammen. Wenn der Purpose mit dem Selbstbild der Mitarbeiter:innen resoniert, entsteht ein enormer Motivationsschub und eine Leistungssteigerung.

Beispiel aus der Praxis

In einem 2-Tages Workshop reflektiert das Team, welche Werte sie teilen, welchen Mehrwert sie ihren Stakeholdern bieten und welche Stärken sie haben. Das Team formuliert den Purpose in einem Satz und hängt ihn sichtbar im Büro auf, um täglich daran zu erinnern.

Dauer: 1-2 TageAufwand: HochÜberall

Psychologische Sicherheit

Retrospektiven

Retrospektiven sind regelmäßige Team-Meetings, in denen das Team reflektiert, was in der letzten Arbeitsperiode gut lief, wo es Herausforderungen gab und wie die Zusammenarbeit verbessert werden kann. Fokus ist die zwischenmenschliche Ebene, es geht darum, die Kommunikation auf der Meta-Ebene zu verbessern, statt über inhaltliche Themen zu sprechen. Retros gehen 1-3 Stunden alle 2-6 Wochen.

Beispiel aus der Praxis

Alle 4 Wochen spricht das Team in einer Retrospektive darüber, über welchen Kanal sie am besten kommunizieren wollen. Außerdem fühlt sich ein Remote-Kollege vom gemeinsamen Lunch ausgeschlossen und es wird eine alternative Lösung gefunden.

Dauer: 60 Min.Aufwand: MittelÜberall

Psychologische Sicherheit

Kollegiale Fallberatung

In der kollegialen Fallberatung stellt ein:e Kolleg:in eine aktuelle Herausforderung aus dem Arbeitsalltag vor. Die anderen hören aktiv zu, stellen Fragen und geben konstruktives Feedback. So entstehen neue Lösungsansätze und das Team lernt, sich gegenseitig zu unterstützen. Wichtig: Feedback ist ein Geschenk! Behaltet im Hinterkopf, dass ihr nur Ratschläge gebt, am Ende aber die vorstellende Person entscheidet.

Beispiel aus der Praxis

Alle sechs Wochen trifft sich eine Führungsgruppe von ca. 5-10 Personen zum Leadership Check-in. Eine Person stellt ein schwieriges Projekt oder einen Konflikt im Team vor. Die anderen Führungskräfte bieten Feedback an und teilen ihre Ideen.

Dauer: 60 Min.Aufwand: MittelÜberall

Sinn

Brown Bag Session

In der Brown Bag Session treffen sich mehrere Kolleg:innen in einer lockeren Atmosphäre, z.B. zum gemeinsame Mittagessen. Eine Person hat Erfahrungen zu einem Best Practice (z.B. Methode, Tool, Herangehensweise) vorbereitet und stellt diesen vor. Die anderen lernen praktisch nebenbei (beim Essen) etwas Neues und tauschen sich anschließend darüber aus, ob und wie sie die Best Practice auch anwenden können.

Beispiel aus der Praxis

Anja hat beim letzten Best Practice Sharing von einer neuen Software gehört, die Stellenanzeigen automatisiert bewirbt, wodurch 10 Tage Arbeit pro Monat eingespart wurden. Nach dem Termin fragt sie ihre Kollegin, ob sie sich das genauer anschauen kann und entscheidet sich, die Software auszuprobieren.

Dauer: 60 Min.Aufwand: HochÜberall

Zuverlässigkeit

Daily Standup

Das Daily Standup ist ein kurzes, tägliches Treffen. Im Stehen berichten alle Teammitglieder kurz über ihre aktuellen Aufgaben, Herausforderungen und das, was sie seit dem letzten Standup erreicht haben. Es geht dabei nicht um Kontrolle oder detaillierte Beschreibungen oder Diskussionen. Der Fokus liegt auf Transparenz und gegenseitiger Unterstützung.

Beispiel aus der Praxis

Jeden Morgen um 9 Uhr trifft sich das Team für 15 Minuten im Stehen am Kanban-Board. Reihum teilen alle in wenigen Sätzen ihren Fortschritt und sprechen Probleme oder Hindernisse an. Diese werden erst im Anschluss direkt gelöst, oder auf die Agenda für ein separates Meeting gesetzt.

Dauer: 15 Min.Aufwand: GeringÜberall

Sinn

Teamtag im Office

An einem festgelegten Tag pro Woche (oder Monat) arbeitet das Team gemeinsam im Büro. So könnt ihr euch noch besser persönlich kennenlernen. Besonders in hybriden Teams sorgt ihr so für informellen Austausch und fördert eine positive Teamdynamik.

Beispiel aus der Praxis

Jeden Donnerstag trifft sich das Team im Büro, um gemeinsam an Projekten zu arbeiten, Ideen auszutauschen und den Teamgeist zu stärken. Das Team isst an diesem Tag auch gemeinsam Mittag.

Dauer: 1 TagAufwand: MittelVor Ort

Psychologische Sicherheit

Clear the Air Meeting

Im Clear the Air Meeting hat das Team Raum, Herausforderungen, Spannungen und Unstimmigkeiten offen anzusprechen. Wichtig dabei ist eine respektvolle Diskussion. Wenn es dem Team am Anfang schwerfällt, kann eine externe Moderation helfen.

Beispiel aus der Praxis

Jeden ersten Mittwoch im Monat spricht das Team offen über aktuelle Probleme oder Spannungen. Lösungen werden gemeinsam entwickelt und alle fühlen sich gehört und verstanden. In den ersten 6 Monaten wurde das Meeting von einem Coach moderiert, jetzt rotiert die Moderation.

Dauer: 60 Min.Aufwand: HochÜberall

Sinn

(Virtueller) Kaffeeklatsch

Im (virtuellen) Kaffeeklatsch sprechen Teammitglieder miteinander über Themen außerhalb der Arbeit. Durch zufällige Zuteilung lernen sich auch Kolleg:innen kennen, die selten zusammenarbeiten. Auch einem hybriden Setup fördert der Kaffeeklatsch den informellen Austausch. Das ist wichtig, denn wie eine Studie vom MIT Media Lab zeigte, sind Teams, die informelle Gespräche führen, ganze 33% produktiver!

Beispiel aus der Praxis

Einmal pro Monat werden Teammitgliedern per Zufall (virtuelle) Coffee Dates zugeordnet. Sie treffen sich online oder vor Ort für 15 Minuten, um über aktuelle Themen oder ihre Hobbies zu sprechen.

Dauer: 15 Min.Aufwand: GeringÜberall

Zuverlässigkeit

Lean Coffee

Bei Meetings im Lean Coffee Format schreibt jede:r in den ersten fünf Minuten mögliche Themen, Fragen oder Herausforderungen auf. Im zweiten Schritt verteilt ihr Voting-Punkte: Jede:r bekommt 2-3 Punkte für die Themen, bei denen er/sie den dringendsten Gesprächsbedarf sieht. Nach 8 Minuten Diskussion über das meistgewählte Thema stimmt ihr ab, ob das Thema weiter besprochen wird oder zum nächsten übergegangen wird.

Beispiel aus der Praxis

In einer Führungsrunde berichten die Führungskräfte, dass sie dank Lean Coffee sehr viel mehr Struktur und Fokus im Meeting hatten. Statt in langen Diskussionen zu verharren, bearbeiten sie jetzt die Themen priorisiert und effizient. Auch stille Teilnehmer:innen fühlen sich wohler, ihre Anliegen einzubringen.

Dauer: 10 Min.Aufwand: MittelÜberall

Struktur & Übersichtlichkeit

One Simple Thing

In die Zielvereinbarung jedes Teammitglieds wird ein einfaches persönliches Ziel integriert, das nicht direkt mit der Arbeit zusammenhängen muss, aber zur persönlichen Entwicklung beiträgt.

Beispiel aus der Praxis

Ein Mitarbeiter nimmt sich als Ziel vor, jede Woche ein Fachbuchkapitel zu lesen oder regelmäßig Sport zu treiben. Die Führungskraft unterstützt bei der Zielsetzung und Reflexion.

Dauer: 15 Min.Aufwand: GeringÜberall

Struktur & Übersichtlichkeit

Stay Interview

Ein Stay Interview ist ein regelmäßiges, offenes Gespräch zwischen Führungskraft und Mitarbeiter:in, das dazu dient, die Zufriedenheit im Team zu fördern und mögliche Kündigungsgründe frühzeitig zu erkennen. Es unterscheidet sich vom klassischen Feedbackgespräch, da der Fokus auf der Perspektive des Mitarbeiters liegt. Wichtige Fragen könnten sein: „Was gefällt dir hier besonders?“, “Was gefällt dir hier nicht?“ oder „Welche Veränderungen würden dich langfristig hierhalten?“.

Beispiel aus der Praxis

Ein Teamleiter führte Stay Interviews mit seinem Team durch und fand heraus, dass eine Kollegin sich mehr Weiterbildungsmöglichkeiten wünschte. Er konnte ihr zeitnah ein passendes Seminar organisieren, was ihre Motivation sichtbar steigerte.

Dauer: 1hAufwand: MittelÜberall

Struktur & Übersichtlichkeit

Keeper Test

Der Keeper Test ist ein internes Gedankenexperiment für Führungskräfte: „Wenn ich heute das Bewerbungsgespräch mit dieser Person erneut führen würde – würde ich sie wieder einstellen?“ Es hilft, kritisch über die Teamzusammensetzung nachzudenken und unterstützt die Weiterentwicklung durch ehrliches Feedback und gezielte Maßnahmen. WICHTIG: Der Fokus liegt nicht darauf, Mitarbeiter:innen zu kündigen, sondern zu überlegen, wie man sie fördern und fordern kann.

Beispiel aus der Praxis

Eine Abteilungsleiterin stellte sich diese Frage zu einem Teammitglied. Sie erkannte, dass es an bestimmten Skills mangelte, die für die Position entscheidend sind. Durch gezielte Schulungen und regelmäßige Check-ins konnte die Person besser in ihre Rolle hineinwachsen.

Dauer: 15 Min.Aufwand: GeringÜberall

Sinn

Office Party

Eine Office Party muss keine aufwendige Feier sein, sondern kann ein monatlicher oder vierteljährlicher Anlass sein, bei dem sich Teams besser kennenlernen und auflockern können. Neben Spielen und Snacks sind auch gemeinsame Aktivitäten wie ein Quiz oder Mini-Workshops möglich. Die Atmosphäre ist entspannt und locker, was für eine stärkere Verbindung untereinander sorgt.

Beispiel aus der Praxis

Ein Team organisierte eine monatliche Office Party mit einem „Bring-your-own-Snack“-Motto. Die Kolleg:innen wechselten sich mit der Planung ab, wodurch jede Party anders gestaltet war. Das führte zu einem engeren Zusammenhalt und mehr kreativen Ideen in Meetings.

Dauer: Mind. 2hAufwand: MittelVor Ort

Struktur & Übersichtlichkeit

Role Shadowing

Beim Role Shadowing begleitet ein Teammitglied für einen Tag oder ein paar Stunden eine:n Kolleg:in, um Einblick in dessen Aufgaben und Herausforderungen zu erhalten. Dies fördert das gegenseitige Verständnis, verbessert die Zusammenarbeit und bietet neue Perspektiven.

Beispiel aus der Praxis

Eine Entwicklerin verbrachte einen Tag im Kundensupport und erkannte, wie oft technische Lösungen von Kunden missverstanden werden. Dadurch konnte sie die Benutzerfreundlichkeit ihrer Produkte verbessern.

Dauer: 1 TagAufwand: HochVor Ort

Die Leadership Hacks stehen unter der Lizenz Creative Commons Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International (CC BY-SA 4.0), entwickelt vom NEW WORK HUB. Du darfst sie nutzen, weitergeben und anpassen, solange Du die Quelle nennst und Bearbeitungen unter denselben Bedingungen weitergibst.

Alle 24 als Kartenset

Die komplette Sammlung als PDF zum Ausdrucken — eine Karte pro Hack, im Führungsteam verteilbar. Trag Dich ein, dann schicken wir sie Dir zu.

Häufige Fragen

Was ist ein Leadership Hack?

Ein kleines, konkretes Werkzeug für den Führungsalltag. Kein Konzept und kein Programm, sondern etwas, das Du in Deinem nächsten Teammeeting ausprobieren kannst. Die meisten Hacks in dieser Sammlung brauchen 15 bis 60 Minuten.

Wo fange ich an, wenn ich nicht weiß, was mein Team braucht?

Mach den Team Performance Check. Er misst die fünf Eigenschaften großartiger Teams und zeigt, welche bei Euch am schwächsten ausgeprägt ist. Danach filterst Du hier nach dieser Eigenschaft und wählst einen Hack mit geringem Aufwand.

Wie viele Hacks sollte ich gleichzeitig einführen?

Einen. Wer drei Dinge parallel startet, bekommt meistens drei halbherzige Versuche und keinen Effekt. Gib einem Hack vier bis sechs Wochen, bevor Du den nächsten dazunimmst.

Was mache ich, wenn das Team nicht mitzieht?

Meistens ist entweder nicht klar, welches Problem der Hack lösen soll, oder niemand außer Dir hat einen Vorteil davon. Sprich beides offen an, statt den Hack durchzudrücken.

Funktionieren die Hacks auch in verteilten Teams?

Die meisten ja. Filtere nach Setting: „Überall“ heißt, der Hack funktioniert vor Ort und remote. „Hybrid“ markiert Werkzeuge, die genau für gemischte Runden gedacht sind, etwa den Remote Buddy. „Vor Ort“ braucht den gemeinsamen Raum.

Darf ich die Hacks in meinem Unternehmen verwenden?

Ja. Die Sammlung steht unter der Lizenz CC BY-SA 4.0. Du darfst sie nutzen, weitergeben und anpassen, auch kommerziell. Zwei Bedingungen: Nenne den NEW WORK HUB als Quelle, und gib Bearbeitungen unter derselben Lizenz weiter.

Gibt es die Hacks auch als physisches Kartenset?

Die Sammlung ist als Kartenset entstanden und wird in unseren Trainings so eingesetzt. Sprich uns an, wenn Ihr damit im Führungsteam arbeiten wollt.

Woher stammen die Hacks?

Aus unserer Arbeit mit Führungsteams und aus Praktiken, die sich in Organisationen bewährt haben. Einige sind bekannte agile Formate wie Retrospektive oder Daily Standup, andere stammen aus konkreten Projekten.

Was ist der Unterschied zwischen einem Hack und einer Methode?

Die Grenze ist fließend. Hack nennen wir, was ohne Vorbereitung und ohne Ausbildung funktioniert. Für die größeren Werkzeuge — Delegationsstufen, Feedbackgespräche, Entscheidungsleitplanken — gibt es eigene Seiten im Toolkit.

Wie merke ich, ob ein Hack etwas gebracht hat?

Frag das Team. Nach sechs Wochen reicht eine Runde im Meeting: Was hat sich verändert, was nicht? Wenn Ihr es genauer wollt, macht den Team Performance Check vorher und nachher und vergleicht die betroffene Eigenschaft.

Lieber gemeinsam lernen?

Mit dem Kartenset im Führungsteam zu arbeiten wirkt anders, als allein eine Liste durchzugehen. In unseren Leadership Trainings ist es fester Bestandteil — Ihr wählt gemeinsam aus, was zu Eurer Situation passt, und nehmt einen konkreten Plan mit.

Zu den Leadership Trainings