Es gibt Situationen, für die kein Training gemacht ist. Eine neue Rolle, ein Konflikt, der sich festgefahren hat, ein Team, das nicht in Gang kommt. Oder schlicht der Wunsch nach einem Gegenüber, das nicht im eigenen Unternehmen sitzt und kein Interesse am Ausgang hat. Leadership Coaching ist die Begleitung für genau diese Fälle: einzeln, vertraulich, über einen begrenzten Zeitraum.
Coaching ist ein strukturierter Denkraum. Die Person, die gecoacht wird, bringt die Situation mit, und der Coach hilft dabei, sie zu ordnen, blinde Flecken zu finden und Optionen zu entwickeln. Entschieden wird von der Person selbst.
Das klingt banal, macht aber den Unterschied. Wer mit einem fremden Plan aus einem Coaching geht, setzt ihn selten um. Wer mit einem eigenen Schluss geht, meistens schon.
Der Coach ist Gegenüber und Sparringspartner. Er kennt eure internen Verhältnisse nicht im Detail, und genau das ist ein Vorteil: Fragen, die intern niemand mehr stellt, weil alle die Antwort zu kennen glauben, sind von außen wieder möglich.
Die meisten Menschen kommen mit einer konkreten Situation, nicht mit einem allgemeinen Entwicklungswunsch. Das sind die Anlässe, die uns am häufigsten begegnen.
Häufig verschiebt sich das Thema nach den ersten Sitzungen. Der genannte Konflikt entpuppt sich als unklare Rollenverteilung, die Entscheidungsblockade als Frage nach der eigenen Zielsetzung. Das ist normal und Teil der Arbeit.
Eine Sitzung beginnt mit der Frage, woran heute gearbeitet wird. Aus einer diffusen Lage wird ein bearbeitbares Anliegen – das ist oft schon die halbe Arbeit.
Danach wird die Situation auseinandergenommen: Was ist passiert, was habt ihr getan, wie hat euer Gegenüber reagiert, was löst das bei euch aus. Wir arbeiten mit Fragen, manchmal mit Perspektivwechseln, gelegentlich mit einem Modell, wenn es Ordnung schafft.
Am Ende steht ein nächster Schritt, den ihr selbst formuliert. Klein genug, um ihn bis zur nächsten Sitzung zu tun. In der Folgesitzung schaut ihr, was daraus geworden ist.
Am Anfang steht ein Gespräch ohne Verpflichtung. Es geht um die Frage, ob die Chemie stimmt und ob Coaching überhaupt das passende Mittel ist. Wenn eines von beidem nicht passt, sagen wir das – und schlagen bei Bedarf etwas anderes vor.
Danach wird geklärt, woran gearbeitet wird, woran ihr merken würdet, dass es hilft, und in welchem Zeitraum. Zahlt die Organisation, wird sie hier einbezogen: Erwartungen an das Coaching werden ausgesprochen, bevor die erste Sitzung stattfindet.
Die Sitzungen dauern 60 bis 90 Minuten und liegen im Abstand von zwei bis vier Wochen. Der Abstand ist Absicht: Zwischen den Terminen wird ausprobiert, und darüber wird beim nächsten Mal gesprochen. Üblich sind fünf bis acht Sitzungen.
Am Ende steht ein Rückblick: Was hat sich verändert, was bleibt offen, was nehmt ihr in den Alltag mit. Manchmal folgt später eine kurze zweite Runde, wenn eine neue Situation dazukommt. Das ist keine Verlängerung aus Gewohnheit, sondern eine neue Entscheidung.
Was im Coaching besprochen wird, bleibt beim Coachee. Ohne diese Grundlage funktioniert das Format nicht, weil dann nur noch das gesagt wird, was rückgemeldet werden darf.
Wenn die Organisation zahlt, entsteht ein Dreieck aus Coachee, Coach und Auftraggeber. Dieses Dreieck klären wir vorher und nicht nebenbei: Wer erfährt was, in welcher Form und zu welchem Zeitpunkt.
Das ist eine organisatorische Vereinbarung, die ihr im Vorfeld trefft. Sie ersetzt keine rechtliche Prüfung, und wir bewerten sie auch nicht rechtlich. Falls euer Haus dazu eigene Vorgaben hat, nehmen wir sie in die Klärung auf.
Coaching hilft in vielen Situationen, aber nicht in allen. Drei Fälle nennen wir offen, weil sie regelmäßig vorkommen.
Akute gesundheitliche Belastung. Wenn jemand deutlich erschöpft ist oder Anzeichen einer Erkrankung zeigt, gehört das in professionelle medizinische oder therapeutische Hände. Coaching kann das weder auffangen noch ersetzen. Wir sprechen das an, wenn wir es bemerken, und beenden die Begleitung, wenn es nötig ist.
Strukturelle Probleme. Wenn Verantwortung und Befugnis dauerhaft auseinanderfallen, Ressourcen fehlen oder Ziele sich widersprechen, ist das kein persönliches Thema. Einzelcoaching kann dann helfen, damit umzugehen, löst das Problem aber nicht. Ehrlicher ist es, an der Struktur zu arbeiten.
Angeordnete Teilnahme. Wenn jemand geschickt wurde und selbst nicht will, funktioniert Coaching nicht. Freiwilligkeit ist keine Formalie, sondern die Arbeitsgrundlage. Das klären wir im Kennenlerngespräch, und wenn sich zeigt, dass kein eigenes Anliegen da ist, sagen wir ab.
Coaching funktioniert in beiden Formen. Online ist einfacher zu planen, spart Wege und macht kurzfristige Termine möglich. Vor Ort ist ruhiger, störungsärmer und für manche Themen der bessere Rahmen.
Viele Begleitungen laufen gemischt: das Kennenlerngespräch und die erste Sitzung vor Ort, der Rest online. Ihr entscheidet das nach eurem Alltag, nicht nach einer Vorgabe von uns.
Wichtig ist in beiden Fällen die Umgebung. Ein Coaching zwischen zwei Meetings am Schreibtisch mit halb offener Tür bringt wenig. Plant den Termin wie einen externen und sorgt für einen ungestörten Raum.
Üblich sind fünf bis acht Sitzungen über einige Monate. Bei einer klar umrissenen Frage können drei reichen, bei einem Rollenwechsel werden es manchmal mehr. Festgelegt wird das nicht am Anfang, sondern in der Auftragsklärung grob umrissen und unterwegs überprüft.
Nein. Inhalte bleiben beim Coachee. Wenn die Organisation zahlt, wird vorher vereinbart, was rückgemeldet wird – in der Regel nur, ob und wie viele Sitzungen stattgefunden haben. Rückmeldungen zum Verlauf gibt es ausschließlich gemeinsam mit dem Coachee.
Dann sagt es. Dafür gibt es das Kennenlerngespräch ohne Verpflichtung. Auch später ist ein Wechsel möglich, ohne dass das jemandem angelastet wird. Coaching lebt von Offenheit, und die entsteht nicht auf Zuruf.
Nein. Mentoring gibt Erfahrung und Rat weiter, meist von jemandem mit ähnlichem Werdegang. Coaching arbeitet mit Fragen und überlässt die Antworten der gecoachten Person. Beides ist sinnvoll, aber für unterschiedliche Situationen.
Ja, das ist sogar häufig. Ein Training gibt Methoden, das Coaching begleitet die Anwendung in der eigenen Situation. Wer in einer Leadership Journey sitzt oder aus einem Bootcamp kommt, nutzt Coaching oft für die Themen, die sich in der Gruppe nicht bearbeiten lassen.
Ihr klärt das Anliegen und schaut euch die erste Situation genauer an. Am Ende steht meist ein kleiner nächster Schritt für die Zeit bis zum Folgetermin. Vorbereitung braucht ihr keine – es reicht, wenn ihr wisst, was euch gerade beschäftigt.
Coaching wirkt besonders gut neben einem Training: Im Training lernt Ihr die Methode, im Coaching wendest Du sie auf Deine konkrete Situation an.
Zu den Leadership Trainings