Die Fläche steht — aber es gibt keine Zonenlogik, keine Buchung, keine Regel, und die Leute markieren Reviere mit Jacken auf Stühlen. Wir machen aus der Fläche ein Betriebsmodell: begründete Zonen, eine begründete Sharing-Quote und Regeln, die eine Pilotphase überstanden haben.
Workplace- und Facility-Management, HR und Geschäftsführung in Unternehmen, die eine offene oder gemischte Fläche haben oder bekommen und sie als Betriebsmodell aufsetzen müssen.
3 bis 4 Monate. Zwei bis drei Workshops mit der Projektgruppe, eine Pilotphase von sechs bis acht Wochen im Alltag und ein Auswertungstermin.
Ein Zonen- und Modulmodell für die vorhandene Fläche, eine begründete Sharing-Quote, ein Betriebsregelwerk auf ein bis zwei Seiten und ein Pilotbericht mit dem, was angepasst werden muss.
Desk Sharing wird in den meisten Häusern als Zahl eingeführt. Jemand rechnet aus, dass 0,7 Plätze pro Person reichen, und ab Montag gilt das. Was fehlt, ist alles andere: Wo arbeitet man konzentriert? Wohin geht man zum Telefonieren? Wie bucht man, und wie lange im Voraus? Was passiert mit den Unterlagen, die bisher in der Schublade lagen? Und wer sorgt dafür, dass um neun Uhr nicht die halbe Belegschaft durch die Etage läuft und sucht?
Ohne diese Antworten entsteht ein vorhersehbares Muster: Jacken auf Stühlen, Monitore mit Klebezetteln, informelle Reviere, und nach einem halben Jahr eine Belegschaft, die Desk Sharing für eine Sparmaßnahme hält. Das Schlimme daran ist, dass sie damit oft recht hat — weil die Quote tatsächlich aus dem Sparziel abgeleitet wurde und nicht aus der Arbeit.
Activity Based Working ist die Gegenrichtung: Die Fläche bietet unterschiedliche Zonen für unterschiedliche Tätigkeiten, und man wählt die Zone nach dem, was gerade zu tun ist. Das funktioniert, wenn die Zonen zur tatsächlichen Tätigkeitsverteilung passen, wenn genug von jedem Typ da ist und wenn klar ist, wie man sie benutzt. Fehlt eines davon, ist Activity Based Working nur ein anderes Wort für Platzsuche.
Deshalb arbeiten wir mit einer Pilotfläche, bevor das Modell aufs ganze Haus geht. Sechs bis acht Wochen echter Alltag sagen mehr als jede Simulation — und was im Pilot scheitert, scheitert dort billig.
Fünf Schritte, von denen der vierte der entscheidende ist. Alles davor sind Hypothesen.
Wir legen fest, welche Tätigkeit in welcher Zone stattfindet und wie viel von jedem Zonentyp gebraucht wird. Grundlage ist die tatsächliche Tätigkeitsverteilung der Nutzergruppen, nicht der Grundriss.
Dabei kommt fast immer heraus, dass ein Zonentyp fehlt — meistens schallgetrennte Einzelplätze für Videocalls. Diese Lücke früh zu finden, ist billiger als sie nach dem Rollout zu schließen.
Die Quote ergibt sich aus Anwesenheitsmustern, Tätigkeitsmix und einem Spitzenfaktor — nicht aus dem Flächenbudget. Wir rechnen sie mit Euch durch und dokumentieren die Annahmen dahinter.
Das ist mehr als eine Rechenübung. Eine Quote, deren Herleitung offenliegt, lässt sich verteidigen. Eine gesetzte Quote wird zur Dauerbaustelle.
Buchung, Clean Desk, Stauraum, Lautstärke, Telefonate, Umgang mit Meetingräumen: Wir erarbeiten mit der Projektgruppe ein Regelwerk, das auf ein bis zwei Seiten passt.
Kurz ist hier eine Qualität, kein Kompromiss. Regelwerke, die länger sind, werden nicht gelesen und damit auch nicht befolgt.
Ein Bereich arbeitet sechs bis acht Wochen nach dem Modell. Wir begleiten den Start, sind in den ersten Wochen präsent und machen nach der Hälfte eine Zwischenauswertung.
Im Pilot zeigt sich, was im Konzeptpapier nicht auffällt: dass die Buchung zu umständlich ist, dass der Stauraum zu klein bemessen wurde, dass eine Zone zur falschen Tageszeit voll ist.
Aus dem Pilot entsteht ein Bericht mit dem, was angepasst werden muss — an Fläche, an Regeln, an Technik. Danach geht das überarbeitete Modell auf die Gesamtfläche, bereichsweise statt auf einen Schlag.
Wir planen keine Möblierung, zeichnen keine Grundrisse und beschaffen keine Buchungssoftware. Wir sagen, was das System können muss — die Auswahl trefft Ihr. Wer noch plant und nicht betreibt, braucht Workplace-Design.
Wie weit Activity Based Working tragen kann, zeigt ein öffentlich beschriebenes Beispiel: OTTO betreibt sein Hamburger Headquarter seit April 2024 konsequent nach diesem Prinzip — keine festen Arbeitsplätze, auch nicht für das Management, rund 1.600 Arbeitsplätze im Desk Sharing für über 3.000 Mitarbeitende, dazu 170 Besprechungsräume und Zonen vom Telefonkonferenzbereich über Formate für Hybridmeetings bis zu Projektflächen. Interessant daran ist weniger die Größe als die Konsequenz: Ausnahmen für einzelne Ebenen gibt es nicht.
Die Verhaltensseite im Alltag vertiefen die Spielregeln für Fläche und mobiles Arbeiten. Wenn der Einzug noch bevorsteht, gehört die Workplace-Transformation daneben, und die Campus Safari macht das Modell für Führungskräfte erlebbar.
Das passende Werkzeug aus dem Toolkit ist Von Tätigkeit zu Raummodul. Den fachlichen Hintergrund findet Ihr unter Activity-Based Working und Bürokonzept und Raummodule.
Das hängt an Anwesenheitsmustern und Tätigkeitsmix und liegt in der Praxis weit auseinander. Entscheidend ist nicht die Höhe der Quote, sondern ob sie aus Daten abgeleitet und mit einem Spitzenfaktor gerechnet wurde. Eine gut begründete 0,8 funktioniert besser als eine gesetzte 0,7.
Ja. Die meisten Projekte laufen auf vorhandener Fläche. Oft reicht eine neue Zonierung plus ein paar bauliche Ergänzungen — Telefonboxen, Akustikelemente, Stauraum. Das ist deutlich günstiger als ein Umbau und wirkt schnell.
Hört zu, bevor Ihr überzeugt. Hinter dem Widerstand steckt fast immer eine Tätigkeit, für die im Konzept kein guter Ort vorgesehen ist — Vertraulichkeit, Ablage, Konzentration. Das ist eine Planungsfrage, keine Haltungsfrage.
Nicht zwingend. Bei kleinen Flächen und stabilen Teams funktioniert eine einfache Absprache. Ab etwa hundert geteilten Plätzen wird ein System sinnvoll. Wichtiger als die Software ist, dass die Buchungslogik zur Arbeitsweise passt — tageweise, halbtags, Teamzonen oder frei.
Die Gewohnheiten bilden sich in den ersten vier bis sechs Wochen. Deshalb der Pilot und deshalb die Begleitung am Anfang. Nach drei Monaten lohnt eine bewusste Nachjustierung — siehe Die ersten 90 Tage in der neuen Fläche.
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