Tipps für Agilität in der Praxis

Ihr wollt selbst agil werden, aber wisst nicht, wie und wo Ihr anfangen könnt? Das mit der Agilität hat Dich überzeugt und jetzt suchst Du nach geeigneten ersten Schritten, mit denen Ihr starten könnt?
Wo lässt sich am Besten ansetzen und wie könnt Ihr Eure ganz persönliche Agile-Reise heute schon beginnen?

Dann bist Du hier genau richtig! Hier bekommst Du unsere Praxistipps für agiles Arbeiten und findest eine Sammlung von Ideen und Ansatzpunkten, mit denen Ihr beginnen könnt, mehr Agilität in euren Arbeitsalltag zu bringen.

Inhaltsverzeichnis

Agil arbeiten, aber wie? – Erste Themen und Ansatzpunkte

Aller Anfang kann schwer sein. Gerade bei grundlegenden, komplexen und tiefer greifenden Veränderungen, wissen wir oft nicht, wie wir beginnen, welchen ersten Schritt wir gehen können, um in Bewegung zu kommen und loszulaufen.

Falls es Dir mit der Agilität auch so geht, haben wir hier ein paar Ideen für Dich gesammelt, die sich in unserer Erfahrung als geeignete erste Ansatzpunkte erwiesen haben, wenn Ihr Euch in Eurer Organisation tiefergehend mit agiler Praxis beschäftigen und mehr Agilität in Euren Arbeitsalltag bringen wollt.

Vielleicht findet Ihr hier die Inspiration, die Euch bisher noch fehlte, oder die ein oder andere Idee, die Euch überzeugt. Denn am Ende gilt wie so oft, ganz besonders beim Agilen Arbeiten, Probieren geht über Studieren. Es geht darum, ins Handeln zu kommen, Euch selbst auszuprobieren und herauszufinden, was bei Euch und für Euch gut funktioniert.

Also nun: HUB geht's mit der Agilität! 🚀 Her mit den Ideen für mehr Agilität in der Praxis!

Kundenfokus & Feedback

Der Fokus auf das, was wirklich wichtig ist, ist essenziell für effizientes und adaptives Arbeiten. Im agilen Arbeiten liegt der Fokus klar auf dem Kunden und auf dem Nutzen, den wir durch unsere Arbeit für ihn erzeugen.
Daher geht Kundenfeedback im agilen Arbeiten immer direkt an das gesamte Team, sodass alle im Blick behalten können, was gerade wirklich wichtig ist. Das Team stellt sich regelmäßig die Frage „Was würde uns begeistern, wenn wir selbst Kunde wären?“ – kreative Ansätze, wie Design Thinking, können hierbei helfen.

In unserer täglichen Arbeit stellen wir jedoch oft fest, dass Teams nicht selten gar nicht genau wissen, wer ihre Kunden überhaupt sind und welche Parteien von ihrer täglichen Arbeit tatsächlich profitieren.
Hier lohnt es sich oft, zunächst mit einer Stakeholderanalyse zu beginnen, also sich als Team, als Bereich oder sogar als gesamte Organisation, gezielt bewusst zu machen, welchen Mehrwert die eigene Arbeit schafft und für wen genau dadurch ein Nutzen erzeugt wird. Das stärkt nicht nur den wahrgenommenen Purpose, das Selbstwirksamkeitserleben und die Motivation, sondern hilft im Anschluss dabei, klare Prioritäten zu setzen und die Kunden im Fokus zu behalten.

Ein nächster Ansatzpunkt könnte hier außerdem die Auseinandersetzung mit der Frage sein, wie regelmäßig Ihr Kundenfeedback überhaupt einholt und auf welche Weise es in Euren Arbeitsprozess einfließt.
Um zu entscheiden, was in Bezug auf die Bedürfnisse Eurer Kunden gerade das Wichtigste ist, müsst Ihr die Bedürfnisse eurer Kunden nicht nur kennen, sondern auch wissen, welche Kriterien eine erfolgreiche Lösung ihres Problems aus Sicht Eurer Kunden erfüllen müsste oder was sie gerade am nötigsten brauchen und wie gut die aktuell anvisierte Lösung bzw. der aktuelle Stand Eurer Dienstleistung oder Eures Produktes dazu passt.
Macht Euch also Gedanken darüber, ob allen Teammitgliedern die notwendigen Informationen in ausreichendem Maß zur Verfügung stehen, um solche Fragen beantworten zu können. Falls Ihr zu dem Schluss kommt, dass dies bei Euch nicht der Fall ist, überlegt, was Ihr tun könntet, um das zu ändern.

Eigenverantwortung & Selbstorganisation

Agile Teams, ob nun dauerhafte Bereichs-Teams oder temporäre Projekt-Teams, sind so aufgebaut, dass sie nahezu alle Kompetenzen vereinen, die sie benötigen, um als kleine Einheit unabhängig, eigenverantwortlich und schnell arbeiten zu können. Es gibt hier keine Abteilungsgrenzen („Silos“) – das gesamte Team trägt Verantwortung und organisiert sich selbst.
Dadurch werden lange Wartezeiten auf externe Entscheidungen vermieden und die Flexibilität und Anpassungsbereitschaft der gesamten Organisation wird erhöht. Denn dieser hohe Grad an Eigenverantwortung erlaubt es, neue Ideen innerhalb weniger Stunden umzusetzen – statt durch starre Release-Pläne eingeschränkt zu sein.

Schaut hierfür zunächst auf die Art, wie Ihr aktuell organisiert seid und untersucht den Status-Quo. Wie sind Eure Teams momentan zusammengesetzt, wie gut klappt die Kommunikation zwischen einzelnen Teams, Abteilungen und Bereichen und wie schnell und eigenverantwortlich könnt Ihr arbeiten?
Noch mehr Informationen zum Thema Selbstorganisation, findet Ihr hier.

Wenn Ihr hier noch Verbesserungspotenzial seht, lohnt es sich, Euch als Nächstes ebenfalls mit den Themen Transparenz und Entscheidungsfindung auseinanderzusetzen.

Transparenz & Entscheidungsfindung

Entscheidungen werden im agilen Arbeiten datenbasiert getroffen, nicht auf Basis von Meinungen oder Hierarchieebenen. A/B-Tests entscheiden darüber, welche Lösung die beste ist.
Fragt euch also auf der Suche nach guten Entscheidungen immer, „Was können wir testen, um herauszufinden, welche die bessere Lösung ist?“.

Dieses Vorgehen macht lange Entscheidungswege durch viele Hierarchieebenen überflüssig. Entscheidungen werden auf Datenbasis von den Teams getroffen, die auch an ihrer Umsetzung beteiligt sind und selbst dafür Verantwortung übernehmen. Das spart nicht nur Zeit und sorgt für schnelleres, effizienteres Arbeiten, sondern führt auch oft zu besseren Entscheidungen und qualitativ hochwertigeren Ergebnissen.
Ein erster Ansatzpunkt wäre hier also, zu reflektieren, wo und wie bei Euch Entscheidungen getroffen werden und darüber nachzudenken, wie Ihr zu datenbasierteren Entscheidungen kommen könnt und was Ihr dafür braucht.

Darüber hinaus ist Transparenz ein Kernthema für agiles Arbeiten. Transparenz von Aufgaben, Arbeitsprozessen und notwendigen Informationen sorgt nicht nur für eine enorme Zeitersparnis, sondern ist auch die Grundlage für eigenverantwortliches, selbstorganisiertes Arbeiten und stärkt die Eigeninitiative, die Zufriedenheit und die Motivation der Mitarbeitenden.

Hierfür könnt Ihr Euch fragen, ob Euch in Eurer täglichen Arbeit alle notwenigen Informationen leicht zugänglich zur Verfügung stehen oder wo und wann Euch Infos fehlen.
Ein erster hilfreicher Schritt zu mehr Transparenz, könnte beispielsweise ein kurzes, tägliches "Daily" sein, also ein täglicher 15-minütiger Austausch, der dabei hilft, alle Teammitglieder auf dem gleichen Informationsstand zu halten – ohne tiefergehende Diskussionen oder ausschweifende Meetings. So können Probleme oder Hindernisse frühzeitig erkannt werden und die Teammitglieder können sich gegenseitig dabei unterstützen, diese zu bewältigen.
Auch Kanban-Boards für mehr Aufgaben-Transparenz sind ein guter Startpunkt. Sie ermöglichen allen Team- oder Organisationsmitgliedern jederzeit den Überblick über aktuelle Aufgaben und deren Bearbeitungsstatus zu behalten, sodass keine nötigen Rückfragen entstehen. Das spart nicht nur Zeit, sondern ermöglicht es jedem, selbstständig Aufgaben zu übernehmen und sich eigenverantwortlich einzubringen.

Schnelligkeit vs. Planbarkeit

Schnelle Reaktionsfähigkeit, Flexibilität und Anpassungsfähigkeit sind für agiles Arbeiten von zentraler Bedeutung. Schnelligkeit bedeutet im agilen Arbeiten jedoch nicht Chaos – sondern eine gute Balance zwischen Anpassungsfähigkeit und Planbarkeit. Deswegen wird mit einem klaren Ziel vor Augen gearbeitet, aber mit einer flexiblen Roadmap.

Macht Euch Gedanken über das Verhältnis zwischen Schnelligkeit und Anpassungsfähigkeit in Eurer Organisation. Wie schnell könnt Ihr arbeiten? Habt Ihr klare gemeinsame Ziele vor Augen und wie flexibel seid Ihr auf Eurem Weg dorthin?

Wenn Ihr Euch noch intensiver mit dem Thema Strategie und Zielsetzung auseinandersetzen wollt, könnten Objectives und Rey Results (OKR) ein hilfreiches Framework für Euch sein. Ausführliche Informationen und eine Vielzahl praktischer Guides, Templates und anderer Materialien dazu, haben wir hier für Euch zusammengestellt.

Du wünschst Dir Begleitung auf Deiner Agile-Reise?

Wenn Du professionelle Unterstützung suchst, um agiles Arbeiten in Deinem Team oder Unternehmen zu implementieren, findest Du hier Beratung, Trainings und Zertifizierungsvorbereitungen zu agilen Themen.

Ganz gleich, an welchem Punkt Du Dich auf Deiner Agile-Reise befindest – wir sind hier, um Dich zu unterstützen. Egal, ob Du gerade mit ersten agilen Versuchen startest oder Deine bereits bestehenden Prozesse optimieren möchtest, wir haben das passende Angebot für Dich.

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