Eine Fläche wird nicht von „den Mitarbeitenden“ genutzt, sondern von Gruppen mit sehr unterschiedlichen Ansprüchen. Wer diese Gruppen sauber schneidet, spart sich später endlose Einzelfalldiskussionen — und trifft Entscheidungen, die für alle nachvollziehbar sind.
Gruppen werden in Flächenprojekten meistens nach dem Organigramm gebildet: Vertrieb, Entwicklung, Verwaltung, Geschäftsführung. Das ist naheliegend und führt regelmäßig in die Irre. Zwei Abteilungen mit ganz unterschiedlichen Namen können dieselbe Fläche brauchen, und innerhalb einer Abteilung können die Anforderungen weiter auseinanderliegen als zwischen zwei Bereichen.
Nutzergruppen für die Fläche werden deshalb nach etwas anderem geschnitten: nach Anwesenheit, nach Tätigkeitsmix, nach Vertraulichkeit, nach Ortsbindung und nach dem Bedarf an Nähe zu bestimmten Menschen oder Geräten. Wer nach diesen Merkmalen sortiert, bekommt Gruppen, die im Raum tatsächlich etwas gemeinsam haben.
Der zweite Nutzen ist politischer Natur. Sobald Gruppen und ihre Merkmale offen liegen, hört die Diskussion auf, in der jeder Bereich für sich Sonderrechte begründet. Es wird sichtbar, dass die Laborgruppe tatsächlich einen Sonderfall darstellt und der Vertrieb nicht — und beide können das nachvollziehen.
Der Workshop funktioniert am besten mit einer Wand, auf der die Gruppen sichtbar entstehen und sich mehrfach verschieben lassen. Legt vorher fest, wer am Ende entscheidet.
30 Minuten
Einigt Euch auf die Merkmale, nach denen Ihr schneidet. Fünf bis sechs reichen und funktionieren fast überall:
60 Minuten
Geht die Organisation durch und tragt für jede Einheit die Merkmale ein. Arbeitet grob: Für „Anwesenheit“ reicht niedrig, mittel, hoch. Es geht um Muster, nicht um Kommastellen.
Spätestens hier merkt Ihr, wo Einheiten in sich zu unterschiedlich sind. Diese werden geteilt — etwa Innen- und Außendienst, oder Schichtbetrieb und Tagdienst.
60 Minuten
Fasst zusammen, was ähnlich ist. Ziel sind fünf bis acht Gruppen. Weniger bildet die Realität nicht mehr ab, mehr macht das Konzept unbedienbar.
Gebt jeder Gruppe einen Namen, den die Betroffenen verstehen und akzeptieren — keine Kürzel, keine Nummern. „Beratende mit Kundenkontakt“ ist ein brauchbarer Name, „Gruppe C“ nicht.
60 Minuten
Schreibt für jede Gruppe ein kurzes Profil: Wer gehört dazu, wie viele Personen sind es, wie sieht ein typischer Tag aus, was braucht diese Gruppe im Raum unbedingt, worauf kann sie verzichten.
Die Personenzahlen holt Ihr aus der Personalplanung — inklusive der Entwicklung für die nächsten drei bis fünf Jahre. Eine Fläche wird nicht für den heutigen Stand gebaut.
eine Woche
Gebt die Profile den Bereichen zum Gegenlesen. Die Frage lautet: Erkennt Ihr Euch wieder, und fehlt etwas Wesentliches? Erfahrungsgemäß kommen dabei zwei bis drei Korrekturen, die den Unterschied machen.
Wenn die Diskussion festhängt, helfen diese Fragen fast immer weiter.
Eine große Wand oder eine lange Papierbahn, Moderationskarten, Klebepunkte. Digital funktioniert es auch, ist aber in der Diskussion deutlich zäher — die Karten müssen sich schnell verschieben lassen.
Aus dem Haus braucht Ihr: eine aktuelle Personalliste mit Bereichszuordnung, die Personalplanung für die nächsten Jahre, und — falls vorhanden — die Ergebnisse der Tätigkeitsanalyse.
Das Ergebnis geht direkt weiter in Von Tätigkeit zu Raummodul, wo aus Gruppen und Tätigkeitsmix Mengen werden.
Der Schnitt der Nutzergruppen entscheidet mit darüber, wer sich später übergangen fühlt. Eine neutrale Moderation ist hier oft mehr wert als die Zeitersparnis.
Workplace-Design ansehenWeil Abteilungen sich nach Verantwortung schneiden und Flächen sich nach Arbeitsweise schneiden. Beides fällt nur selten zusammen. Wer nach Abteilungen plant, baut das Organigramm von heute in Beton — und zieht in drei Jahren Wände.
Trennt die Frage: Geht es um unterschiedliche Anforderungen oder um unterschiedliche Wünsche? Anforderungen lassen sich an Tätigkeiten und Vertraulichkeit belegen. Wünsche gehören auf eine eigene Liste, die später bei der Ausstattung wieder auftaucht.
Wie mit jeder anderen Gruppe: Merkmale erheben, Anforderungen benennen, begründen. In vielen Häusern ergibt sich daraus tatsächlich ein besonderer Bedarf — etwa wegen Vertraulichkeit und Besuchsverkehr. Wichtig ist, dass die Begründung offenliegt.
Nein. Sie müssen nach denselben Kriterien behandelt werden. Das ist ein Unterschied und der einzige, der Akzeptanz schafft.
Einmal vor der Detailplanung, einmal etwa ein halbes Jahr nach dem Einzug. Danach bei jeder größeren Organisationsänderung. Die Profile sind ein Arbeitsdokument, kein Archivstück.
Wenn Ihr vor der Frage steht, wie Ihr Eure Organisation für die Flächenplanung sortiert, schauen wir gemeinsam drauf. 30 Minuten, kostenlos.
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