KI-Führerschein für Microsoft 365 Copilot

Zwei Stufen, eine klare Regel: Wer weiterkommen will, zeigt vorher, dass er die erste Stufe beherrscht. Stufe 1 befähigt euer Team, Copilot im Alltag sinnvoll und sicher zu nutzen. Stufe 2 qualifiziert die, die mehr dürfen sollen – erweiterte Funktionen und eigene Agents. Beides besteht aus Modulen, die ihr schon kennt, nur mit einer Reihenfolge, einer Prüfung und einem Nachweis dahinter.

Der Gedanke stammt aus der Praxis: Unternehmen, die Copilot ausrollen, kaufen Lizenzen schneller, als sie Kompetenz aufbauen. Ein Stufenmodell dreht das um. Erst die Befähigung, dann die Berechtigung.

Die Module ansehen

Warum ein Führerschein und kein Kurs

Ein Kurs endet, wenn der Termin vorbei ist. Ein Führerschein endet, wenn jemand etwas gezeigt hat. Dieser Unterschied ist für die Einführung von KI im Unternehmen entscheidend, und zwar aus drei Gründen.

Er macht Kompetenz sichtbar. Nach einem Schulungstag weiß niemand, wer was kann. Nach einer Stufe mit Abschluss steht es auf dem Papier – mit Namen, Datum und Inhalt. Das ist die Grundlage für alles Weitere, von der Lizenzvergabe bis zur Dokumentation gegenüber Dritten.

Er sortiert die Investition. Erweiterte Copilot-Funktionen kosten pro Platz. Wer sie an Menschen vergibt, die noch nicht wissen, wie man einen Prompt formuliert, zahlt für ungenutzte Kapazität. Die Stufe davor ist die billigste Qualitätssicherung, die es gibt.

Er gibt dem Rollout eine Reihenfolge. Ohne Stufen passiert überall gleichzeitig ein bisschen was. Mit Stufen gibt es einen Weg, den man beschreiben, planen und nachhalten kann – und an dem Führungskräfte sehen, wo ihr Bereich steht.

Zur Einordnung: Das ist kein amtlicher Führerschein und keine behördliche Erlaubnis. Der Begriff beschreibt eine innerbetriebliche Berechtigung, die euer Unternehmen vergibt. Wir liefern Qualifizierung, Prüfung und Nachweis – die Entscheidung, wer was darf, trefft ihr.

Stufe 1 — der Alltagsführerschein

6 Stunden über 3 Wochen · 3 Termine

Die Grundbefähigung für alle, die Copilot im normalen Arbeitstag nutzen sollen. Drei Termine, zwischen denen ausprobiert wird – das ist der Teil, der aus Wissen Gewohnheit macht.

  • Copilot verstehen und starten (2 Std): Wo Copilot überall steckt, wie er auf Unternehmensdaten zugreift, was einen guten Prompt ausmacht, wo die Grenzen liegen.
  • Copilot in Outlook (2 Std): Entwürfe in der eigenen Tonlage, lange Threads zusammenfassen, Posteingang nach Handlungsbedarf sortieren.
  • Meetings mit Copilot in Teams (2 Std): Vorbereitung, Mitschrift, Protokoll – und wie man prüft, was davon stimmt.

Was danach sitzt: eigene, getestete Prompts für die eigenen Aufgaben, ein Gefühl dafür, wann Copilot hilft und wann nicht, und die Gewohnheit, Ergebnisse zu prüfen statt zu übernehmen.

Alle drei Bausteine kommen aus den Copilot Lernnuggets. Wer lieber an einem Stück startet, nimmt stattdessen das Ganztagestraining Copilot im Arbeitsalltag als Stufe 1.

Stufe 2 — der Aufbauführerschein

7 Stunden über 3 Wochen · 3 Termine · setzt Stufe 1 voraus

Für die, die mehr dürfen sollen: erweiterte Funktionen, eigene Agents, und die Verantwortung, die damit kommt.

  • Recherche und Analyse (2 Std): Wann welcher Agent – Researcher für Dokumente, Analyst für strukturierte Daten. Mehrstufige Recherchen aufsetzen und Quellen gegenprüfen.
  • Eigene Agents ohne Code bauen (3 Std): Agents auf die eigene Ablage setzen. Mit der ehrlichen Vorfrage, wann ein Agent hilft und wann eine aufgeräumte Ablage reicht.
  • Verankern im Team (2 Std): Use Cases finden und priorisieren, Spielregeln setzen, gemeinsame Prompt-Sammlung, Check-ins über die ersten Wochen.

Was danach sitzt: mindestens ein selbst gebauter, im Team getesteter Agent – und eine begründete Antwort auf die Frage, wer ihn pflegt und wer seine Antworten prüft.

Wer tiefer einsteigen will, geht danach weiter in die KI-Champions Ausbildung oder – für die Führungsebene – in KI für Führungskräfte. Das Agententhema vertieft KI-Agenten verstehen und einsetzen.

Was geprüft wird

Kein Multiple-Choice-Test. Wer einen Führerschein macht, fährt am Ende – und genau so ist die Prüfung aufgebaut: eine Aufgabe aus dem echten Arbeitsalltag, bearbeitet mit Copilot, anschließend erklärt.

Stufe 1: die Fahrprobe

Eine typische Aufgabe aus dem eigenen Bereich mit Copilot lösen – einen Mailentwurf, eine Zusammenfassung, eine Terminvorbereitung. Dazu zwei Fragen: Woran habt ihr erkannt, dass das Ergebnis brauchbar ist? Und an welcher Stelle habt ihr es korrigiert?

Stufe 2: das Werkstück

Ein eigener Agent auf eine reale Ablage, plus eine kurze Begründung: Welches Problem löst er, wer pflegt ihn, wie wird geprüft, was er ausgibt. Wer begründen kann, warum er keinen Agent gebaut hat, besteht auch.

Bewertet wird Urteilsfähigkeit

Nicht die Eleganz des Prompts, sondern ob jemand einschätzen kann, wo die Grenze verläuft – welche Daten hineindürfen, wann ein Ergebnis geprüft gehört, wann das Werkzeug das falsche ist.

Was die Teilnehmenden danach haben

Eine Bescheinigung mit Namen, Stufe, Datum, Umfang in Stunden und den geprüften Kompetenzen im Klartext – nicht „hat teilgenommen", sondern was jemand nachweislich kann.

Auf Wunsch zusätzlich eine Zertifizierung durch einen externen Prüfpartner. Das ist für Organisationen interessant, die den Nachweis gegenüber Dritten brauchen – Auftraggebern, Prüfern, Versicherern. Wir bereiten darauf vor und begleiten die Prüfung; das Zertifikat kommt vom Prüfpartner, nicht von uns.

Die Bescheinigung gilt nicht ewig. Copilot ändert sich schneller als die meisten Werkzeuge, mit denen ihr sonst arbeitet. Wir empfehlen eine Auffrischung nach zwölf Monaten – zwei Stunden, in denen durchgegangen wird, was neu ist und was weggefallen ist.

Was das Unternehmen damit steuert

Der eigentliche Hebel liegt nicht bei den Teilnehmenden, sondern in der Organisation. Drei Dinge lassen sich mit den Stufen regeln, die vorher Verhandlungssache waren:

  • Lizenzvergabe. Erweiterte Funktionen gibt es nach Stufe 2. Das macht aus einer Budgetfrage eine Qualifizierungsfrage – und spart Plätze, die ohnehin brachliegen würden.
  • Agentenfreigabe. Wer Agents bauen darf, hat gezeigt, dass er die Folgefragen beantworten kann. Wildwuchs an halbfertigen Agents ist das häufigste Aufräumthema im zweiten Jahr.
  • Nachweisführung. Ihr könnt jederzeit sagen, wer welche Befähigung hat. Ohne Liste ist das eine Schätzung.

Wenn ihr vorher wissen wollt, wo ihr steht: Der KI-Reifegrad-Check dauert zehn Minuten und kostet nichts.

Einordnung zur KI-Kompetenzpflicht

Seit Februar 2025 verlangt Artikel 4 der KI-Verordnung von Anbietern und Betreibern, dass ihr Personal über ausreichende KI-Kompetenz verfügt. Die Verordnung sagt nicht, wie das nachzuweisen ist, und sie schreibt kein Zertifikat vor. Sie verlangt, dass Maßnahmen getroffen werden – angemessen zu Kenntnisstand, Einsatzkontext und betroffenen Personen.

Ein dokumentiertes Stufenmodell mit Teilnehmerlisten, Inhalten und Abschlüssen ist genau die Art Beleg, die sich dafür vorzeigen lässt. Es erfüllt die Pflicht nicht automatisch – die Verantwortung bleibt beim Unternehmen, und was angemessen ist, hängt davon ab, was ihr mit KI tut. Wir ordnen das organisatorisch ein und liefern die Dokumentation; die rechtliche Bewertung gehört zu euren Jurist:innen.

Wer das Thema systematisch angehen will, findet es in der Schulung zur KI-Verordnung ausführlich.

Woraus die Stufen bestehen

Der KI-Führerschein ist kein neues Training, sondern eine Reihenfolge über Bestehendes. Jeder Baustein ist auch einzeln buchbar.

Häufige Fragen

Ist das ein offizieller oder staatlich anerkannter Führerschein?

Nein. Der Begriff beschreibt ein innerbetriebliches Stufenmodell, keine behördliche Erlaubnis und keine staatlich geregelte Qualifikation. Was er leistet: eine nachvollziehbare Qualifizierung mit Prüfung und Nachweis, auf deren Basis euer Unternehmen Berechtigungen vergeben kann.

Erfüllen wir damit die KI-Kompetenzpflicht aus der KI-Verordnung?

Nicht automatisch. Artikel 4 verlangt angemessene Maßnahmen, schreibt aber kein bestimmtes Format vor. Ein dokumentiertes Stufenmodell liefert belastbare Belege dafür, dass ihr etwas getan habt. Ob es im Einzelfall ausreicht, hängt davon ab, wie und wofür ihr KI einsetzt – das ist eine Frage für eure Rechtsberatung, nicht für uns.

Muss Stufe 1 wirklich vor Stufe 2 kommen?

Ja, und das ist der Kern des Modells. Ohne saubere Grundlagen entstehen in Stufe 2 Agents, die niemand prüft und niemand pflegt. Wer die Grundlagen anderweitig hat, kann die Prüfung zu Stufe 1 direkt ablegen, ohne die drei Termine mitzumachen.

Wie viele Leute passen in eine Gruppe?

Maximal zwölf. Bei den Prüfungen arbeiten wir mit echten Aufgaben aus eurem Haus, und das funktioniert nur, wenn wir jedem zuhören können.

Geht das online oder nur vor Ort?

Beides. Live-Online über Teams funktioniert für diese Formate gut und ist günstiger, wenn Teams über mehrere Standorte verteilt sind. Inhouse lohnt sich, wenn ihr parallel an eurem Rollout arbeiten wollt.

Braucht jede Person eine Copilot-Lizenz?

Für Stufe 1 ab dem zweiten Termin ja, weil dort in den eigenen Apps gearbeitet wird. Für Stufe 2 braucht es zusätzlich die Berechtigung, Agents anzulegen – das klären wir im Vorgespräch mit eurer IT, weil es je nach Mandantenkonfiguration unterschiedlich geregelt ist.

Was kostet das?

Das hängt von Gruppengröße, Format und Stufenanzahl ab. Sagt uns, wie viele Menschen in welchen Bereichen qualifiziert werden sollen, dann rechnen wir das durch. Einzelne Module aus den Stufen sind auch separat buchbar.

Was passiert, wenn jemand die Prüfung nicht besteht?

Dann wird nachgearbeitet, nicht aussortiert. In der Praxis ist eine nicht bestandene Fahrprobe fast immer ein Hinweis darauf, dass die Aufgabe schlecht gewählt war – nicht auf fehlende Fähigkeit. Ein zweiter Anlauf ist im Preis enthalten.

Können wir das selbst weiterführen?

Das ist das Ziel. Nach der KI-Champions Ausbildung könnt ihr Stufe 1 intern selbst durchführen; wir bleiben für Stufe 2, die Prüfungen und die Aktualisierung der Inhalte.

Gilt der Nachweis dauerhaft?

Wir empfehlen eine Auffrischung nach zwölf Monaten. Copilot verändert sich schnell, und ein Nachweis von vor zwei Jahren beschreibt ein Werkzeug, das es so nicht mehr gibt.

Lasst uns kurz sprechen

Dreißig Minuten, in denen ihr erzählt, wo ihr mit Copilot steht und wen ihr qualifizieren wollt. Danach wisst ihr, ob zwei Stufen für euch passen, wie der Zuschnitt aussähe und was es kostet. Wenn ein einzelnes Training mehr Sinn ergibt als ein Programm, sagen wir das auch.

Zu allen KI-Schulungen

Stand: Oktober 2026. Modulzuschnitt und Zeitangaben folgen den Copilot Lernnuggets. Die Einordnung zu Artikel 4 der KI-Verordnung ist eine organisatorische Einordnung und ersetzt keine Rechtsberatung.