Die 7 Säulen der Resilienz – Wo du ansetzten kannst, um deine Resilienz zu stärken

Resilienz klingt gut, doch wie genau kommt sie zustande? Aus welchen Bausteinen besteht sie und wo kannst du ansetzen, wenn du deine eigene Resilienz stärken willst?

Wenn dich diese Fragen beschäftigen, dann ist dieser Artikel für dich. Hier lernst du eins der bekanntesten Modelle der Resilienz kennen und erfährst, auf welche Faktoren du für die Stärkung deiner eigenen Resilienz achten kannst.

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Definition – Resilienz, was ist das und wie entsteht sie?

Mit Resilienz bezeichnet man in der Psychologie die psychische Widerstandsfähigkeit eines Individuums.
Sie beschreibt die Fähigkeit, Krisen, Rückschläge, Stress und Belastungssituationen zu überstehen, ohne dabei langfristig nachhaltige Beeinträchtigungen von Wohlbefinden und Gesundheit zu erleben oder dauerhaften Schaden davon zu tragen. Im Kern geht es um das Vermögen, sich an belastende Situationen anzupassen und trotz widriger Umstände dennoch gesund zu bleiben.

Obwohl Resilienz in der populärwissenschaftlichen Literatur oft als festes Persönlichkeitsmerkmal oder als individuelle Charaktereigenschaft einer Person beschrieben wird, geht man innerhalb der Wissenschaft davon aus, dass Resilienz sich aus einem Zusammenspiel individueller Einstellungen und Eigenschaften, situativer Faktoren und äußerer Lebensumstände eines Individuums ergibt. Das bedeutet, Resilienz entsteht in Wechselwirkung zwischen Person und Umwelt, sie ist also kein angeborenes, unveränderliches Schicksal, sondern ein dynamischer Prozess und kann erlernt, trainiert und durch gezielte Maßnahmen und Interventionen beeinflusst und gestärkt werden.
Insgesamt ist Resilienz als System innerer und äußerer Ressourcen zu betrachten, das sich über die Lebensspanne einer Person hinweg weiterentwickelt und sie dazu befähigt, Krisen zu bewältigen, Belastungen zu trotzen und sich an neue Situationen anzupassen.

Die 7 Säulen der Resilienz

Das bekannteste und verbreitetste wissenschaftliche Modell zu Resilienz und den verschiedenen Komponenten, aus denen sie entsteht, ist das Modell der 7 Säulen der Resilienz nach Ursula Nuber.
Dabei wird davon ausgegangen, dass Resilienz durch eine Reihe von trainerbaren Fähigkeiten, Eigenschaften und Haltungen begünstigt wird, die dem Individuum als Ressourcen für die Bewältigung von herausfordernden Situationen und belastenden Umständen dienen und ihm dabei helfen, gelassen mit Stress umgehen zu können.

Diese Resilienz-Faktoren werden im Modell als die 7 Säulen der Resilienz betitelt und lauten wie folgt:

Optimismus

Der Glaube daran, dass Herausforderungen und Krisen überwunden und gemeistert werden können und, dass das Leben nicht nur Widrigkeiten, sondern auch Schönes bereithält, kann Resilienz fördern.
Menschen mit hoher Resilienz gelingt es, sich trotz schwieriger Umstände an den positiven Aspekten ihrer Situation zu orientieren und ihre Aufmerksamkeit auf das Gute bzw. auf den Silberstreif am Horizont zu richten.

Akzeptanz

Ein weiterer Faktor, der Resilienz begünstigt, ist die Fähigkeit, zu erkennen, welche Aspekte einer belastenden Situation beeinflusst und verändert werden können und welche nicht. Personen mit hoher Resilienz akzeptieren, dass gewisse Aspekte einer Situation außerhalb des eigenen Einflussbereiches liegen und nehmen diesen Umstand an, statt die eigenen Kräfte dabei zu verschwenden, dagegen anzukämpfen. Zudem sind sie in der Lage, diese unveränderbaren von den beeinflussbaren Aspekten einer Situation zu unterscheiden.

Selbstwirksamkeit

Das psychologische Konzept der Selbstwirksamkeit beschreibt die Überzeugung, mit dem eigenen Handeln und den eigenen Stärken und Kompetenzen selbst etwas in der Welt bewirken und Herausforderungen bewältigen zu können. Es handelt sich dabei um eine Haltung der eigenen Person gegenüber, die aus früheren Erfolgserlebnissen und aus Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten gestärkt wird. Jede Erfahrung der Übernahme von Verantwortung für die eigene Situation, die mit dem Erleben einer positiven Wirkung des eigenen Handelns einhergeht, stärkt die Selbstwirksamkeitsüberzeugung und trägt dazu bei, die eigene Fähigkeit, Veränderungen herbeizuführen und eigenständig Lösungen zu finden, zu fördern.

Selbstfürsorge

Die Fähigkeit, die eigenen Gefühle und Bedürfnisse wahrzunehmen, zu erkennen und ernst zu nehmen, sich selbst mit einer wertschätzenden und freundlichen Haltung zu begegnen, auf die Signale des eigenen Organismus zu hören, Grenzen zu setzen und nachsichtig mit sich selbst zu sein, falls mal etwas nicht so gut klappt, ist einer der zentralen Faktoren für Resilienz.

Lösungsorientierung

Eine konstruktive Grundhaltung bei der Bewältigung von Problemen trägt entscheidend zur Entstehung von Resilienz bei. Personen mit hoher Resilienz fokussieren sich auf das Finden einer konkreten Lösung, statt lange über das Problem und die negativen Aspekte der Situation zu grübeln. Sie betrachten Hindernisse und Herausforderungen als Aufgaben, für die es Lösungen zu finden gilt und gehen Schwierigkeiten so aktiv an, statt sich von ihnen entmutigen zu lassen.

Netzwerkorientierung

Soziale Unterstützung und Rückhalt im eigenen sozialen Umfeld ist eine bedeutsame Komponente für die Entstehung von Resilienz. Der Aufbau und die Pflege positiver sozialer Beziehungen zu Familie, Freundinnen und Freunden oder Gleichgesinnten kann Kraft und Motivation geben und dazu beitragen, neue Perspektiven zu finden und Schwierigkeiten zu überwinden. Zudem kann ein gut funktionierendes soziales Netzwerk in Krisen eine Quelle der wohlwollenden Unterstützung und ein prima Anlaufpunkt für die Bitte um Hilfe sein.

Zukunftsplanung

Selbstreflexion, vorausschauendes Denken und die konkrete Planung der Zukunft anhand von realistischen Zielen, die den eigenen Fähigkeiten und inneren Werten entsprechen, begünstigt Resilienz. Dabei geht es nicht ausschließlich um die Definition geeigneter und motivierender Ziele, sondern ebenso darum, sich flexibel an veränderte Umstände anzupassen und aus Rückschlägen zu lernen.
Personen mit hoher Resilienz betrachten Misserfolge als Lernchance und reagieren auf Veränderungen, indem sie ihre Gedanken, ihre ursprünglichen Pläne und ihre Vorgehensweise flexibel an die neuen Gegebenheiten anpassen und dadurch alternative Lösungsansätze finden, die sie trotz der veränderten Umstände dennoch zu ihrem Ziel führen können.

Die eigene Resilienz stärken – Wie geht das?

Wenn du deine eigene Resilienz selbst stärken willst, sind die 7 Säulen der Resilienz ein super Ansatzpunkt dafür. Denn jede der 7 Säulen lässt sich trainieren und durch Übung vertiefen und positiv beeinflussen. Egal, ob es um Akzeptanz, Optimismus, Selbstfürsorge oder Zukunftsplanung geht, all diese Fähigkeiten kannst du dir aneignen und so deine eigene Resilienz selbst fördern.

Dies kannst du durch kleine Übungen tun, wie Dankbarkeitstagebücher, Achtsamkeitsübungen, Meditation, Ausdruck von Wertschätzung gegenüber deinen sozialen Kontakten, Einüben von Problemlöseschemata oder durch die Auseinandersetzung mit simplen Frameworks, wie SMART, die du bei der Zielsetzung für deine eigene Zukunftsplanung heranziehen kannst.
Du kannst dich jedoch auch professionell dabei anleiten und unterstützen lassen und im Rahmen eines eigens zu diesem Zweck konzipierten Workshops an deiner eigenen Resilienz arbeiten. Dafür eigenen sich Workshops, die sich spezifisch auf die Förderung von Resileinz ausrichten, genauso wie Trainings und Workshops zu einzelnen Teilbereichen, die die verschiedenen Säulen der Resilienz betreffen.
Hast du beispielsweise in einzelnen Resilienz-Komponenten noch Entwicklungspotenzial, während du in Bezug auf andere schon gut aufgestellt bist, lohnt es sich, direkt dort anzusetzen, wo dein Bedarf gerade am größten ist.

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